Wenn man heute durch die großen Streaming-Plattformen für Slot-Content scrollt, taucht ein Name auffällig oft auf: Hacksaw Gaming. Das Studio ist erst 2017 gegründet worden, weniger als ein Jahrzehnt also, und sitzt mit seiner Muttergesellschaft Hacksaw AB in Stockholm und mit der operativen Hacksaw Gaming Ltd auf Malta. Das ist eine eher untypische Erfolgsgeschichte: Während etablierte Wettbewerber wie NetEnt, Play’n GO oder Pragmatic Play den Markt seit den 2000ern prägen, ist Hacksaw fast aus dem Stand zu einer der meistdiskutierten Studio-Marken der iGaming-Welt geworden. Wer verstehen will, wie das gelungen ist, muss zwei Geschichten zusammenlegen: die eines Scratchcard-Spezialisten, der zur richtigen Zeit das Genre gewechselt hat, und die einer kleinen Generation von Designern, die mit Indie-Sensibilität ein klassisches Casino-Format neu gedacht haben.
Vom Scratchcard-Newcomer zum Slot-Marktführer
Hacksaw Gaming wurde 2017 von einem Team aus iGaming-Veteranen gegründet und konzentrierte sich anfangs auf digitale Scratchcards. Das ist im Online-Glücksspiel ein Nischensegment mit klar limitiertem Umsatzpotenzial gegenüber den deutlich populäreren Video-Slots. 2019 änderte sich die Strategie: Unter Marcus Cordes, der das Studio seit den Anfangsjahren begleitet und später CEO wurde, vollzog Hacksaw den Pivot zu Online-Slots. Die ersten Releases trafen einen Nerv, den die großen Studios damals unterschätzt hatten: sehr hohe Volatilität, kurze Spielsessions, kompromisslose Maximalauszahlungen und eine visuelle Sprache, die näher an Comic-Art und Streetwear-Codes lag als an klassischer Casino-Ästhetik.
Das Wanted-Dead-Phänomen
Den endgültigen Durchbruch brachte 2022 „Wanted Dead or a Wild\“. Der Slot wurde zum meist-gestreamten Hacksaw-Titel überhaupt und gehört seither zu den ausgesprochen seltenen Spielen, die ein eigenes Genre etabliert haben: hochvolatile Slots mit klarer Western-Erzählung, dramaturgisch aufgebauten Bonus-Strukturen und einer Max-Win-Klausel deutlich oberhalb des Branchendurchschnitts. Was bei NetEnt oder Pragmatic Play ein vorsichtig kalibriertes Mainstream-Produkt geworden wäre, hat Hacksaw bewusst rough und für eine engere Zielgruppe gebaut. Spielecommunities haben darauf reagiert: Auf YouTube und Twitch wurden Hacksaw-Slots zur eigenen Kategorie, vergleichbar mit dem Aufstieg von Roguelike-Games in der Indie-Szene.
Die Hit-Liste: Mehr als nur ein Spiel
Zur Hacksaw-DNA gehören inzwischen mehrere unverwechselbare Titel. Chaos Crew brachte 2022 ein 5×5-Raster und eine grellfarbene Streetart-Optik in den Slot-Mainstream, mit einer Maximalauszahlung von 10.000x. „RIP City\“ und „Hand of Anubis\“ zeigen Hacksaws Hang zu rauen Themen und konsequent hoher Volatilität. Mit „Le Bandit\“ eröffnete das Studio eine fortlaufende Serie um die Comic-Figur Smokey the Raccoon, die heute zu den Wiedererkennungs-Marken des Studios gehört. Auch das ursprüngliche Scratchcard-Geschäft wurde nicht aufgegeben: Spiele wie „Rat Riches\“ und „Lucky Numbers X20\“ stehen weiterhin als eigene Produktsparte neben den Slots. Welche dieser Titel aktuell auf dem deutschen Markt bei lizenzierten Anbietern verfügbar sind, listen Plattformen wie Hacksaw Gaming Spiele auf OnlineCasinosDeutschland.de mit den jeweiligen Verfügbarkeiten.
Nasdaq-Listing und Skalierung
Hacksaw AB ist heute an der Nasdaq Stockholm unter dem Ticker HACK.ST notiert, was das Studio in puncto Berichtspflichten und Transparenz auf das Niveau klassischer Game-Publisher hebt. Mit dem Listing hat Hacksaw auch sein Mitarbeiter-Wachstum beschleunigt: Über hundert Beschäftigte arbeiteten Ende 2025 an Spielen und Plattformtechnologie, verteilt auf die Standorte Stockholm und Malta. Das Studio gibt an, in über 35 regulierten Märkten aktiv zu sein und mehr als 3.000 Operator-Marken zu beliefern. Für ein Studio, das vor acht Jahren mit Scratchcards angefangen hat, ist das eine ungewöhnliche Wachstumskurve, die eher an B2B-Tech-Startups erinnert als an eine klassische Casino-Marke.
Was Hacksaw anders macht
Drei Punkte fallen Game-Designern und Branchenbeobachtern besonders auf:
- Hacksaw setzt konsequent auf hohe Volatilität. Das bedeutet: längere Verlustphasen, vereinzelte sehr große Ausschläge. Mainstream-Studios meiden dieses Profil meist, weil es weniger casual-tauglich ist.
- Die Visuals sind bewusst anti-Casino. Streetart, Comic-Linien, Skater-Codes statt Goldrahmen, Glitzer und Frucht-Symbolen.
- Storytelling ist erkennbar wichtiger als bei vielen Mitbewerbern. Charaktere wie Smokey the Raccoon, der Wanted-Dead-Cowboy oder die Chaos Crew haben Wiedererkennung über mehrere Spiele hinweg und tragen ganze Serien.
Das ist die Kombination, die Hacksaw aus dem austauschbaren Studio-Pool herausgehoben hat. Studios wie No Limit City oder Push Gaming bewegen sich in einer ähnlichen Liga, aber kaum eines hat in so kurzer Zeit so viel mediale Aufmerksamkeit generiert.
Was als Nächstes kommt
Branchenmedien rechnen damit, dass Hacksaw 2026 die Frequenz neuer Veröffentlichungen weiter erhöht und stärker in nordamerikanische Märkte expandiert. Mit dem Stockholmer Börsenlisting steht das Studio jetzt unter ähnlicher Berichtspflicht wie klassische Game-Publisher, was die Sichtbarkeit hinsichtlich Studio-Roadmap, Mitarbeiterzahlen und Umsatzentwicklung erhöht. Für die Casual-Gaming-Branche im weiteren Sinne ist Hacksaw inzwischen weniger Underdog als vielmehr ein Lehrstück dafür, was passiert, wenn Indie-Sensibilität auf ein klassisches Casino-Genre trifft. Wer beobachten will, wie eine neue Game-Studio-Welle Marktanteile umverteilt, kommt an Hacksaw 2026 nicht vorbei. Mehr historischen Kontext zur Entwicklung der Casual-Gaming-Kultur seit den 80ern bietet unser Überblick zu den Top-10-Retro-Spielen der 80er und 90er.

